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Di
11
Aug
2020

Wolfsnachweise im Wolfsgebiet Schermbeck


 

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt weitere Wolfsnachweise in Hünxe (Kreis Wesel) im Wolfsgebiet Schermbeck.

Am 26. Juni 2020 wurde ein Schaf von einem Wolf getötet. Der Tierhalter wurde informiert. Anhand der DNA-Spuren konnte die im Wolfsgebiet Schermbeck ortstreue Wölfin GW954f als Verursacher nachgewiesen werden.

Am 01. Juli 2020 wurde ein Wolf beobachtet, der durch ein Kornfeld lief. Dabei wurde das Tier von einem Traktorfahrer gefilmt. Der Beobachtungsort wurde überprüft. Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) (https://www.dbb-wolf.de) hat bestätigt, dass es sich um einen Wolf handelt. Das Video lässt keinen Rückschluss auf das beobachtete Wolfsindividuum zu. Beobachtungen von Wölfen und anderen Wildtieren aus Fahrzeugen heraus sind häufig. Wildtiere erkennen Menschen in Fahrzeugen nicht als Menschen und flüchten daher nicht. Der Wolf sucht offensichtlich den kürzesten Weg, um der Situation auszuweichen. Eine aktive Annäherung an das Fahrzeug erfolgt nicht. Ein auffälliges oder problematisches Verhalten liegt nicht vor.

Am 14. Juli wurden zwei Rotwildkälber tot aufgefunden. Die genetische Untersuchung von Proben durch das Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen hat ergeben, dass die Rotwildkälber vom Wolf getötet wurden. Die Untersuchung der genetischen Proben ist noch nicht abgeschlossen.

Am 22. Juli wurde ein Schaf von einem Wolf getötet und zwei Schafe verletzt. Der Tierhalter wurde informiert. Die Untersuchung der genetischen Proben ist noch nicht abgeschlossen.

In Nordrhein-Westfalen werden über die Förderrichtlinie Wolf des Umweltministeriums auf der gesamten Landesfläche Haus- und Nutztierschäden entschädigt, bei denen der Wolf als Verursacher nachgewiesen wurde. Weitere entschädigungsfähige Kosten sind beispielsweise angefallene Tierarztkosten oder Schäden an der Zäunung. Den Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild im Wolfsgebiet Schermbeck und in der umgebenden Pufferzone wird empfohlen, ihre Tiere mit geeigneten Zäunen wolfsabweisend zu sichern. In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden Präventionsmaßnahmen wie die Anschaffung wolfsabweisender Elektrozäune zu 100 Prozent gefördert. Informationen zu den möglichen Förderungen geben die jeweiligen Bezirksregierungen.

Die Landwirtschaftskammer NRW bietet eine ausführliche Beratung zu den möglichen Herdenschutzmaßnahmen für alle Weidetierhalter an: https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/tierproduktion/schafhaltung/haltung/wolfsgebiete.htm

Weitere Informationen zum Wolfsgebiet Schermbeck, zur Förderrichtlinie Wolf sowie zu Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen sind zu finden unter https://wolf.nrw/wolf.

Homepage des Forschungsinstitut Senckenberg Gelnhausen: https://www.senckenberg.de/de/presse/wolfsmonitoring-faq/