Do
7
Okt
2021

Wolfsgebiet Eifel – Hohes Venn: Erneuter Nachweis des territorialen Wolfsrüden im Hohen Venn bei Monschau und Erstnachweis eines Wolfs im Nationalpark Eifel


 

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt zwei Wolfsnachweise in der Städteregion Aachen.

Am 13. August 2021 wurde im Hohen Venn bei Monschau ein Schaf von einem Wolf getötet. Genetische Untersuchungen der Abstrichproben durch das Senckenberg Forschungsinstituts Gelnhausen haben nachgewiesen, dass es sich um den Wolfsrüden mit der Kennung GW926m handelte, der sich seit 2018 vorwiegend im belgischen Teil des Hohen Venn bewegt und dort zusammen mit der Wölfin GW1943f in diesem Jahr ein Rudel gegründet hat. Die für das Wolfsmonitoring in Wallonien zuständigen Behörden bestätigten, dass am 25. Juni 2021 erstmals drei Wolfswelpen im Hohen Venn fotografiert werden konnten, die diesem Paar zuzuordnen sind. Zuletzt war das Wolfspaar am 24. März 2021 auf deutscher Seite im Raum Monschau genetisch nachgewiesen worden.

In den Morgenstunden des 06. August 2021 wurde im Nationalpark Eifel (Gemeinde Simmerath) ein Wolf beobachtet und gefilmt.  Die Videoaufnahmen wurden von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) geprüft. Dieser Wolf ist relativ dunkel und kontrastreich gefärbt. Wahrscheinlich handelte es sich um dasselbe Individuum, das bereits am 24. Mai 2021 im Hohen Venn auf belgischer Seite im Bereich Bullange – Bütgenbach fotografiert werden konnte. Die belgischen Behörden gehen davon aus, dass es sich um ein neu zugewandertes Individuum handelt. Ob sich dieser Wolf dauerhaft in der Region aufhalten wird, bleibt abzuwarten.

Den Halterinnen und Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild im Wolfsgebiet Eifel – Hohes Venn und in der umgebenden Pufferzone wird empfohlen, ihre Tiere mit geeigneten Zäunen wolfsabweisend zu sichern. In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden Präventionsmaßnahmen wie beispielsweise die Anschaffung wolfsabweisender Elektrozäune zu 100 Prozent gefördert. Im Wolfsgebiet Eifel – Hohes Venn können gemäß Förderrichtlinien Wolf vom 03. Februar 2017, zuletzt geändert am 17. März 2020 nur dann Entschädigungsleistungen für nachweislich von einem Wolf getöteten Schafe, Ziegen oder Gehegewild gewährt werden, wenn ein wolfsabweisender Grundschutz vorhanden ist. Erläuterungen zu „Vorgaben zu wolfsabweisenden Präventionsmaßnahmen für Weidetiere und Gehegewild (Grundschutz i.S. der Förderrichtlinien Wolf)“ sowie Informationen zu Entschädigungsleistungen und Fördermöglichkeiten von Herdenschutzmaßnahmen bietet die Bezirksregierung Köln https://www.bezreg-koeln.nrw.de/brk_internet/leistungen/abteilung05/51/foerderung/wolf/index.html.

Die Landwirtschaftskammer NRW bietet eine kostenlose Beratung zum praktischen Herdenschutz für alle Weidetierhalterinnen und -halter an: https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/tierproduktion/herdenschutz/weidetierschutz.htm

Weitere Informationen zum Wolfsgebiet Eifel – Hohes Venn und zu Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen sind zu finden unter https://wolf.nrw/wolf .

Bei Haus- und Nutztierschäden mit Wolfsverdacht ist es wichtig, innerhalb von 24 Stunden eine Probenahme für die genetische Auswertung zu sichern. Betroffene Tierhalterinnen und Tierhalter sind gebeten, sich unmittelbar nach dem Auffinden getöteter Tiere an das Landesumweltamt (LANUV) zu wenden. Außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende ist dies über die Nachrichtenbereitschaftszentrale des LANUV möglich: Tel.: 0201-714488, werktags steht die Zentrale des LANUV zur Verfügung: Tel.: 02361-305-0

Informationen zum genetischen Wolfsmonitoring des Senckenberg Forschungsinstituts Gelnhausen: https://www.senckenberg.de/de/presse/wolfsmonitoring-faq/

Informationen zur Herkunft der Wölfe in Deutschland sind auf der Homepage der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) zu finden: https://www.dbb-wolf.de/mehr/faq/woher-kommen-die-woelfe-in-deutschland

Weitere Informationen zum Vorkommen und zum Verhalten des Wolfs in Deutschland auf der Homepage des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit https://www.bmu.de/themen/natur-biologische-vielfalt-arten/artenschutz/nationaler-artenschutz/der-wolf-in-deutschland/#c22616

Informationen zu Wolfsnachweisen in Süd-Belgien (Wallonien) http://biodiversite.wallonie.be/fr/reseau-loup.html?IDC=6413

Do
12
Aug
2021

Wolfsgebiet Schermbeck: Junger männlicher Wolf GW2347m in Haltern am See nachgewiesen


 

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt neue Wolfsnachweise in den Kreisen Recklinghausen und Borken.

Im Gebiet zwischen Reken (Kreis Borken) und Haltern am See (Kreis Recklinghausen) wurde in den letzten Monaten wiederholt ein einzelner Wolf fotografisch nachgewiesen: Zunächst war am 20. Mai 2021 ein Wolf in den Abendstunden von einem Jäger beobachtet und gefilmt worden. Am 11. Juni 2021 gelangen einem Fotografen Bilder eines Wolfs im Bereich der Heubachwiesen. Mit Wildkameras wurden am 03., 08. und 15. Juni 2021 weitere Nachweise erbracht. Alle Bildnachweise wurden von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) geprüft. Durch eine am 05. Juni 2021 gefundene Losung konnte jetzt die Identität des Wolfs aufgeklärt werden.

Die genetische Untersuchung der Kotprobe durch das Senckenberg Forschungsinstitut Gelnhausen hat einen Wolfsrüden mit der Kennung GW2347m nachgewiesen. Er stammt aus dem Rudel Werlte in Niedersachsen und wurde wahrscheinlich im Jahr 2020 geboren. Aktuell ist nicht bekannt, ob sich dieser Wolf weiterhin im Gebiet aufhält oder weitergezogen ist. Im Zeitraum von Mai bis Juli 2020 hatte sich hier auch eine Wölfin mit der Kennung GW1800f aufgehalten; die Wölfin wurde seitdem nicht mehr nachgewiesen. Informationen über die Wolfsrudel in Deutschland sind auf der Homepage der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) zu finden: https://dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen.

Den Halterinnen und Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild im Wolfsgebiet Schermbeck und in der umgebenden Pufferzone wird empfohlen, ihre Tiere mit geeigneten Zäunen wolfsabweisend zu sichern. In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden Präventionsmaßnahmen wie die Anschaffung wolfsabweisender Elektrozäune zu 100 Prozent gefördert. Informationen zu den möglichen Förderungen geben die jeweiligen Bezirksregierungen. Fragen zum praktischen Herdenschutz beantworten die Herdenschutzberater der Landwirtschaftskammer: https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/tierproduktion/herdenschutz/herdenschutz-nrw.htm

Weitere Informationen zum Wolfsgebiet Schermbeck, zur Förderrichtlinie Wolf sowie zu Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen sind zu finden unter https://wolf.nrw/wolf.

Homepage des Senckenberg Forschungsinstituts Gelnhausen: https://www.senckenberg.de/de/presse/wolfsmonitoring-faq/

Mi
28
Jul
2021

Wolfsgebiet Oberbergisches Land: Nachweise eines männlichen Wolfs GW1804m im Königsforst


 

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt vier Wolfsnachweise in der Pufferzone zum Wolfsgebiet Oberbergisches Land im Waldgebiet Königsforst; der Königsforst erstreckt sich über Flächen der Städte Köln, Bergisch Gladbach und Rösrath.

Genetische Untersuchungen von vier Kotfunden durch das Senckenberg Forschungsinstitut Gelnhausen haben einen männlichen Wolf mit der Kennung GW1804m nachgewiesen. Dieser Wolfsrüde wurde bereits am 08. März 2021 bei Engelskirchen im Oberbergischen Kreis genetisch erfasst. Er stammt aus dem Wolfsrudel Feldkircher Wald-Neuwied in Rheinland-Pfalz und wurde im Jahr 2019 geboren. Alle Funde erfolgten im Bereich des Waldgebietes Königsforst. Es handelte sich im Einzelnen um folgende Funde: zwei Kotfunde am 28. Mai 2021 bzw. 02. Juni 2021 bei Bergisch Gladbach, sowie jeweils ein Kotfund am 15. Juni 2021 bei Köln und am 01.07.2021 bei Rösrath.

Es handelt sich somit eindeutig nicht um den Wolfsrüden GW2119m, der am 19. und 20. Mai 2021 im linksrheinischen Stadtgebiet von Köln für Schlagzeilen gesorgt hatte und ursprünglich aus der Alpenpopulation stammte. Wie die genetischen Untersuchungen an gerissenen Schafen vom 14. und 15. Mai 2021 im Kreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz ergeben haben, war dieser Wolfsrüde über die Eifel zugewandert. Sein aktueller Verbleib ist nicht bekannt.

Bergisch Gladbach, Rösrath und die rechtsrheinischen Teile von Köln gehören zur Pufferzone um das Wolfsgebiet Oberbergisches Land. Den Halterinnen und Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild im Wolfsgebiet Oberbergisches Land und in der umgebenden Pufferzone wird empfohlen, ihre Tiere mit geeigneten Zäunen wolfsabweisend zu sichern. In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden Präventionsmaßnahmen wie die Anschaffung wolfsabweisender Elektrozäune und der Untergrabeschutz bei Festzäunen zu 100 Prozent gefördert. Informationen zu den möglichen Förderungen geben die jeweiligen Bezirksregierungen. Fragen zum praktischen Herdenschutz beantworten die Herdenschutzberater der Landwirtschaftskammer: https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/tierproduktion/herdenschutz/herdenschutz-nrw.htm

Weitere Informationen zum Wolfsgebiet Oberbergisches Land, zur Förderrichtlinie Wolf, zu Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen sowie die Kontaktmöglichkeiten der jeweiligen Bezirksregierungen sind zu finden unter https://wolf.nrw/wolf.

Informationen zu Wolfsnachweisen in Rheinland-Pfalz: https://snu.rlp.de/de/projekte/woelfe/verbreitung-recht/wolfsnachweise-rlp/

Homepage des Senckenberg Forschungsinstituts Gelnhausen: https://www.senckenberg.de/de/presse/wolfsmonitoring-faq/

Di
27
Jul
2021

Wolfsgebiet Schermbeck: Neue Informationen zum Wolfsrudel „Schermbeck“


 

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt neue Wolfsnachweise aus dem Kreis Wesel.

Am 27. Juni 2021 wurde im Territorium des Wolfsrudels „Schermbeck“ ein Welpe von Spaziergängern aufgegriffen, der irrtümlich für einen Hundewelpen gehalten worden war. Der Fund wurde der zuständigen unteren Naturschutzbehörde des Kreises Wesel gemeldet. Mit Hilfe von Fotos wurde der Welpe vom LANUV als Wolf angesprochen; diese Einschätzung wurde von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) bestätigt. Da der Welpe im Territorium Schermbeck gefunden wurde, in dem die Wölfin GW954f und der Rüde GW1587m als Paar bestätigt sind, war davon auszugehen, dass es sich um einen Welpen aus dieser Verpaarung handelt. Die Wölfin GW954f war zuletzt am 04. Juni 2021 durch einen Kotfund im Territorium genetisch nachgewiesen worden, der Wolfsrüde GW1587m am 07. Juni 2021 über den Fund eines Wildtierkadavers.

Der weibliche Wolfswelpe wurde von einem Tierarzt untersucht; es wurde nur eine unbedeutende Wundstelle am Ohr festgestellt. Wenige Stunden nach dem Aufgreifen wurde der Welpe durch die zuständige Behörde am Auffindeort ausgewildert. Im Rahmen der veterinärmedizinischen Untersuchung wurde der Welpe genetisch beprobt. Das Ergebnis der genetischen Untersuchung durch das Senckenberg Forschungsinstitut liegt jetzt vor. Es handelte sich zweifelsfrei um einen Welpen des territorialen Wolfspaares mit der Kennung GW2307f. Da Wolfswelpen einen ausgeprägten Eigengeruch und die Elterntiere über einen hervorragenden Geruchssinn verfügen, besteht nach Einschätzung von LANUV und DBBW die Aussicht, dass der Welpe von den Eltern gefunden und versorgt wurde.

Im Vorjahr 2020 hatte das territoriale Wolfspaar im Territorium „Schermbeck“ erstmals Nachwuchs. Auf Fotos war immer maximal ein Welpe abgebildet; durch einen Kotfund vom 14. März 2021 im Bereich der Gemeinde Hünxe konnte schließlich ein männlicher Welpe mit der Kennung GW2089m identifiziert werden. Es blieb der einzige genetische Nachweis dieses Welpen im Wolfsgebiet Schermbeck. Offensichtlich war der junge Wolfsrüde wenig später Richtung Westen abgewandert. Er wurde nämlich zwischen dem 03. und 19. April 2021 mehrfach im belgischen Flandern nordöstlich von Antwerpen und dann am 24. April 2021 im niederländischen Nord-Brabant südlich von Rotterdam genetisch erfasst. Wölfe verlassen bis spätestens dem Ende des zweiten Lebensjahres das elterliche Rudel und wandern dann weit umher, z.T. mehrere hundert Kilometer weit. Durch die enge Zusammenarbeit von Behörden und wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen, die Proben von Wölfen nach einheitlichen Standards gewinnen und untersuchen, werden Daten zur Populationsentwicklung und zum Wanderverhalten einzelner Wolfsindividuen nicht nur in den verschiedenen Bundesländern sondern auch über Staatsgrenzen hinweg erhoben und ausgetauscht (siehe auch https://www.senckenberg.de/de/institute/senckenberg-gesellschaft-fuer-naturforschung-frankfurt-main/abt-fliessgewaesseroekologie-und-naturschutzforschung/das-cewolf-konsortium/).

Weitere Informationen zu den Wolfsgebieten in Nordrhein-Westfalen, zur Förderrichtlinie Wolf, zu Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen sowie die Kontaktmöglichkeiten der jeweiligen Bezirksregierungen sind zu finden unter https://wolf.nrw/wolf.

Weitere Informationen zum Wolf sowie zum Vorkommen und Management in Deutschland sind auf der Homepage der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) zu finden: https://www.dbb-wolf.de

Informationen zum genetischen Wolfsmonitoring des Senckenberg Forschungsinstituts Gelnhausen: https://www.senckenberg.de/de/presse/wolfsmonitoring-faq/

Mo
12
Jul
2021

Wolfsgebiet Schermbeck: Reproduktionsnachweis für das Rudel „Schermbeck“ im Jahr 2021


 

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt eine erneute Reproduktion im Rudel „Schermbeck“.

Am 27. Juni und 04. Juli 2021 konnte auf dem Gebiet der Gemeinde Hünxe (Kreis Wesel) jeweils ein wenige Wochen alter Welpe nachgewiesen werden. Im Jahr 2020 hatte sich das Rudel „Schermbeck“ erstmals erfolgreich reproduziert (mindestens ein Welpe).

Den Halterinnen und Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild im Wolfsgebiet Schermbeck und in der umgebenden Pufferzone wird empfohlen, ihre Tiere mit geeigneten Zäunen wolfsabweisend zu sichern. In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden Präventionsmaßnahmen wie die Anschaffung wolfsabweisender Elektrozäune zu 100 Prozent gefördert. Informationen zu den möglichen Förderungen geben die jeweiligen Bezirksregierungen. Fragen zum praktischen Herdenschutz beantworten die Herdenschutzberaterinnen und -berater der Landwirtschaftskammer: https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/tierproduktion/herdenschutz/weidetierschutz.htm

Weitere Informationen zu den Wolfsgebieten in Nordrhein-Westfalen, zur Förderrichtlinie Wolf, zu Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen sowie die Kontaktmöglichkeiten der jeweiligen Bezirksregierungen sind zu finden unter https://wolf.nrw/wolf.

Weitere Informationen zum Wolf sowie zum Vorkommen und Management in Deutschland sind auf der Homepage der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) zu finden: https://www.dbb-wolf.de

Di
15
Jun
2021

Stadtgebiet Köln: Wolf GW2119m kam aus dem Alpenraum.


 

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt einen weiteren Wolfsnachweis in Köln.

Nachdem in der Nacht zum 19. Mai 2021 ein Wolf im Stadtgebiet von Köln mehrfach beobachtet und gefilmt worden war, ist jetzt nachgewiesen, dass der Wolf in der Nacht zum 20. Mai 2021 in der nördlichen Kölner Rheinaue vier Schafe getötet und vier weitere verletzt hatte. Das Senckenberg Forschungsinstituts Gelnhausen untersuchte Speichelreste an den Schafen und konnte die Identität des Wolfes aufklären: Es handelte sich um einen männlichen Wolf mit der Kennung GW2119m. Der Wolf trägt als genetisches Merkmal den Haplotyp HW22, der für die Alpenpopulation (Italien, Frankreich, Schweiz) kennzeichnend ist. Der Verbleib dieses Wolfes ist aktuell nicht bekannt. Der betroffene Schafhalter kann bei der Bezirksregierung Köln eine Entschädigung beantragen.

 Zwei weitere Wolfsrüden aus der Alpenpopulation hatten Nordrhein-Westfalen im Jahr 2020 bei ihrer Wanderung auf der Suche nach einem eigenen Territorium durchquert: GW1559m wurde am 17. Februar 2020 im Rheinisch-Bergischen-Kreis an einem Wildtierkadaver nachgewiesen; er wanderte weiter nach Niedersachsen, wo er am 15. Oktober 2020 im Landkreis Lüchow-Dannenberg erneut identifiziert werden konnte. GW1920m wurde am 12. November 2020 im Kreis Viersen an getöteten Schafen erfasst; er wanderte in die Niederlande und wurde am 14. November 2020 in der Provinz Limburg und später in der Provinz Nord-Brabant genetisch nachgewiesen. Wölfe verlassen bis spätestens dem Ende des zweiten Lebensjahres das elterliche Rudel und wandern dann weit umher, z.T. mehrere hundert Kilometer weit. Durch die enge Zusammenarbeit von Behörden und wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen, die Proben von Wölfen nach einheitlichen Standards gewinnen und untersuchen, werden Daten zur Populationsentwicklung und zum Wanderverhalten einzelner Wolfsindividuen nicht nur in den verschiedenen Bundesländern sondern auch über Staatsgrenzen hinweg erhoben und ausgetauscht (siehe auch https://www.senckenberg.de/de/institute/senckenberg-gesellschaft-fuer-naturforschung-frankfurt-main/abt-fliessgewaesseroekologie-und-naturschutzforschung/das-cewolf-konsortium/).

Weitere Informationen unter anderem zu Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen sind zu finden unter https://wolf.nrw/wolf.

Fragen zum praktischen Herdenschutz beantworten die Herdenschutzberater der Landwirtschaftskammer: https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/tierproduktion/herdenschutz/herdenschutz-nrw.htm

Informationen zur Herkunft der Wölfe in Deutschland sind auf der Homepage der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) zu finden: https://www.dbb-wolf.de/mehr/faq/woher-kommen-die-woelfe-in-deutschland

Informationen zum genetischen Wolfsmonitoring des Senckenberg Forschungsinstituts Gelnhausen: https://www.senckenberg.de/de/presse/wolfsmonitoring-faq/

Wolfsnachweise in den Niederlanden: https://www.bij12.nl/onderwerpen/faunazaken/wolf/

Wolfsnachweise in Niedersachsen: https://www.wolfsmonitoring.com/monitoring/wolfsnachweise

Weitere Informationen zum Vorkommen und zum Verhalten des Wolfs in Deutschland auf der Homepage des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit https://www.bmu.de/themen/natur-biologische-vielfalt-arten/artenschutz/nationaler-artenschutz/der-wolf-in-deutschland/#c22616

Sa
12
Jun
2021

Wolfsgebiet Oberbergisches Land: Neue Wolfsnachweise im Rhein-Sieg-Kreis und im Rheinisch-Bergischen Kreis


 

 Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt neue Wolfsnachweise in Hennef (Sieg) Windeck und Bergisch Gladbach.

Am 22. April 2021 wurden von einer Weide in Windeck (Rhein-Sieg-Kreis) drei Lämmer verschleppt. Der Zaun war an einer Stelle untergraben; hier wurden Haare sichergestellt, die vom Senckenberg Forschungsinstitut der Art Wolf zugeordnet werden konnten. Eine eindeutige genetische Individualisierung des Schadensverursachers war nicht möglich. Am 24. April 2021 wurden auf einer großen Weide bei Hennef (Rhein-Sieg-Kreis) elf Schafe getötet und ein Schaf verletzt; drei Lämmer konnten nicht mehr gefunden werden. Durch Abstrichproben an zwei Schafen konnte das Senckenberg Forschungsinstitut zwei Wölfe identifizieren: die Wölfin GW1415f und ein neu in Nordrhein-Westfalen nachgewiesenes Individuum mit der Kennung GW1896m. Am 03. Mai 2021 tötete dieser männliche Wolf ein weiteres Schaf in Windeck.

Im Jahr 2020 hatte die Wölfin GW1415f im Territorium Leuscheid Welpen aufgezogen. Mittlerweile sind sieben Welpen genetisch bestätigt, drei männliche und vier weibliche. Zwei männliche Nachkommen aus diesem Wurf sind in Rheinland-Pfalz bei Verkehrsunfällen im Oktober 2020 und im Mai 2021 verendet (siehe auch Pressemitteilung Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz vom 10. Juni 2021).

Vom nun neu aufgetretenen männlichen Wolf GW1896m sind bisher weder Herkunftsrudel noch Alter bekannt. Er entstammt der Mitteleuropäischen Population und hat bereits einen langen Weg hinter sich: GW1896m wurde erstmalig am 25. Oktober 2020 im Landkreis Freising in Bayern nachgewiesen. Anschließend wanderte er über das südliche Baden-Württemberg nach Rheinland-Pfalz, wo er seit dem 03. März 2021 mehrfach im Landkreis Altenkirchen genetisch erfasst wurde. Die aktuellen Nachweise aus April 2021 deuten darauf hin, dass er offenbar beiderseits der Landesgrenze zusammen mit Mitgliedern des Leuscheider Rudels unterwegs ist.

In Bergisch Gladbach (Rheinisch-Bergischen Kreis) wurde im Bereich des Königsforstes am 29. April 2021 eine Wolfslosung gefunden; hier war eine genetische Zuordnung zu einem bestimmten Wolfsindividuum nicht möglich.

Die Stadt Hennef (Sieg) und die Gemeinde Windeck gehören zum Wolfsgebiet Oberbergisches Land; die Stadt Bergisch Gladbach gehört zur Pufferzone um dieses Wolfsgebiet. Den Halterinnen und Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild im Wolfsgebiet Oberbergisches Land und in der umgebenden Pufferzone wird empfohlen, ihre Tiere mit geeigneten Zäunen wolfsabweisend zu sichern; Festzäune sollten mindestens 120 cm hoch sein und gegen das Untergraben gesichert werden. In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden Präventionsmaßnahmen wie die Anschaffung wolfsabweisender Elektrozäune und der Untergrabeschutz bei Festzäunen zu 100 Prozent gefördert. Informationen zu den möglichen Förderungen geben die jeweiligen Bezirksregierungen. Fragen zum praktischen Herdenschutz beantworten die Herdenschutzberater der Landwirtschaftskammer: https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/tierproduktion/herdenschutz/herdenschutz-nrw.htm

Weitere Informationen zum Wolfsgebiet Oberbergisches Land, zur Förderrichtlinie Wolf, zu Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen sowie die Kontaktmöglichkeiten der jeweiligen Bezirksregierungen sind zu finden unter https://wolf.nrw/wolf

Informationen zu Wolfsnachweisen in Rheinland-Pfalz: https://snu.rlp.de/de/projekte/woelfe/verbreitung-recht/wolfsnachweise-rlp/

Informationen zu Wolfsnachweisen in Baden-Württemberg: https://um.baden-wuerttemberg.de/de/umwelt-natur/naturschutz/biologische-vielfalt/artenschutz/wolf/nachweise

Informationen zu Wolfsnachweisen in Bayern: https://www.lfu.bayern.de/natur/wildtiermanagement_grosse_beutegreifer/wolf/monitoring/index.htm

Homepage des Senckenberg Forschungsinstituts Gelnhausen: https://www.senckenberg.de/de/presse/wolfsmonitoring-faq/

Do
10
Jun
2021

Wolfsgebiet Senne: Junger männlicher Wolf GW2111m im Eggegebirge nachgewiesen


 

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt zwei Wolfsnachweise in den Kreisen Höxter und Paderborn.

 In den Abendstunden des 07. Mai 2021 wurde ein wolfsähnliches Tier auf einer Wiese bei Bad Driburg (Kreis Höxter) beobachtet und gefilmt, wie es ein Reh tötete und in den Wald bei Altenbeken (Kreis Paderborn) verschleppte. Bei der Nachsuche am folgenden Tag wurde der angefressene Rehkörper gefunden und eine Abstrichprobe sichergestellt. Die genetische Untersuchung dieser Probe durch das Senckenberg Forschungsinstituts Gelnhausen hat nachgewiesen, dass hier ein junger männlicher Wolf mit der Kennung GW2111m beobachtet worden war. GW2111m stammt aus dem Rudel Scheeßel in Niedersachsen; er ist wahrscheinlich im Jahr 2020 geboren. Aktuell ist nicht bekannt, ob sich dieser Wolf weiterhin im Gebiet aufhält oder weitergezogen ist.

Durch die genetische Identifizierung dieses jungen Wolfsrüden GW2111m konnte erstmals die erfolgreiche Jungenaufzucht im Wolfsrudel Scheeßel in Niedersachsen nachgewiesen werden. Seine Mutter GW1541f stammte aus dem Rudel Babben-Wannichen in Brandenburg. Sein Vater GW1321m stammt aus dem Rudel Schneverdingen in Niedersachen und ist ein Bruder des territorialen Wolfspaares in Schermbeck im nördlichen Ruhrgebiet. Informationen über die Wolfsrudel in Deutschland sind auf der Homepage der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) zu finden https://dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen.

Den Halterinnen und Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild im Wolfsgebiet Senne und in der umgebenden Pufferzone wird empfohlen, ihre Tiere mit geeigneten Zäunen wolfsabweisend zu sichern. In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden Präventionsmaßnahmen wie die Anschaffung wolfsabweisender Elektrozäune zu 100 Prozent gefördert. Informationen zu den möglichen Förderungen geben die jeweiligen Bezirksregierungen. Fragen zum praktischen Herdenschutz beantworten die Herdenschutzberater der Landwirtschaftskammer: https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/tierproduktion/herdenschutz/herdenschutz-nrw.htm

Weitere Informationen zum Wolfsgebiet Senne, zur Förderrichtlinie Wolf sowie zu Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen sind zu finden unter https://wolf.nrw/wolf.

Homepage des Senckenberg Forschungsinstituts Gelnhausen: https://www.senckenberg.de/de/presse/wolfsmonitoring-faq/

Mo
7
Jun
2021

Wolfsnachweis im Kreis Minden-Lübbecke


 

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt einen Wolfsnachweis im Kreis Minden-Lübbecke.

Am 30. April 2021 konnte ein Wolf in den späten Abendstunden auf einem Feld bei Porta Westfalica mithilfe einer Kameradrohne gefilmt werden. Die Aufnahmen wurden von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) geprüft. Über Geschlecht, Alter und Identität des Tieres sind keine Aussagen möglich.

Den Halterinnen und Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild in Nordrhein-Westfalen wird empfohlen, ihre Tiere (auch außerhalb der ausgewiesenen Wolfsgebiete und Pufferzonen) mit geeigneten Zäunen wolfsabweisend zu sichern. In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden Präventionsmaßnahmen wie die Anschaffung wolfsabweisender Elektrozäune zu 100 Prozent gefördert. Informationen zu den möglichen Förderungen geben die jeweiligen Bezirksregierungen.

Die Landwirtschaftskammer NRW bietet eine kostenlose Beratung zu den möglichen Herdenschutzmaßnahmen gem. Förderrichtlinien Wolf für alle Weidetierhalterinnen und -halter an: https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/tierproduktion/herdenschutz/weidetierschutz.htm

Weitere Informationen zur Förderrichtlinie Wolf sowie zu Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen sind zu finden unter https://wolf.nrw/wolf.

Mi
2
Jun
2021

Wolfsgebiet Eifel – Hohes Venn: Territoriales Wolfspaar im Hohen Venn grenzüberschreitend mit Belgien bestätigt


 

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt, dass sich im Wolfsgebiet Eifel – Hohes Venn ein Wolfspaar angesiedelt hat. Das Territorium dieses Wolfspaares liegt schwerpunktmäßig im belgischen Teil des Hohen Venns östlich von Eupen in der Provinz Lüttich und reicht über die Landesgrenze bis nach Monschau in die Städteregion Aachen. Es handelt sich um einen männlichen Wolf mit der Kennung GW926m und eine Wölfin mit der Kennung GW1943f.

Der Wolfsrüde GW926m entstammt der Mitteleuropäischen Flachlandpopulation; sein Herkunftsrudel ist nicht bekannt. Er war erstmals am 28. Februar 2018 in Kerken im Kreis Kleve genetisch erfasst worden und wanderte dann in den belgischen Teil des Hohen Venns, wo er seit dem Sommer 2018 als territorialer Rüde geführt wird und dort den Namen „Akela“ bekommen hatte. Im Jahr 2019 konnte dieser Wolfsrüde zweimal auf deutscher Seite im Raum Monschau an gerissenen Schafen genetisch nachgewiesen werden: am 12. April 2019 und am 14. Mai 2019.

Die Wölfin GW1943f stammt aus dem Rudel Rodewald in Niedersachsen. Sie wurde erstmals am 28. November 2020 bei Balve im Märkischen Kreis genetisch erfasst und wanderte anschließend innerhalb von nur zwei Wochen in das Territorium des Rüden im belgischen Teil des Hohen Venns, wo sie von den belgischen Behörden am 11. Dezember 2020 genetisch nachgewiesen wurde.

Die Vermutung, dass hier eine Paarbildung erfolgt sein könnte, wurde jetzt durch genetische Untersuchungen von Abstrichproben an toten Schafen durch das Senckenberg-Institut bestätigt: In der Nacht zum 24. März 2021 haben GW926m und GW1943f in Monschau gemeinsam fünf Schafe getötet und befressen. Der Schafhalter wurde informiert, dass er bei der Bezirksregierung Köln eine Entschädigung beantragen kann.

Den Halterinnen und Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild im Wolfsgebiet Eifel – Hohes Venn und in der umgebenden Pufferzone wird empfohlen, ihre Tiere mit geeigneten Zäunen wolfsabweisend zu sichern. In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden Präventionsmaßnahmen wie die Anschaffung wolfsabweisender Elektrozäune zu 100 Prozent gefördert. Informationen zu den möglichen Förderungen geben die jeweiligen Bezirksregierungen.

Bei Haus- und Nutztierschäden mit Wolfsverdacht ist es wichtig, innerhalb von 24 Stunden eine Probenahme für die genetische Auswertung zu sichern. Betroffene Tierhalterinnen und Tierhalter sind gebeten, sich unmittelbar nach dem Auffinden getöteter Tiere an das Landesumweltamt (LANUV) zu wenden. Außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende ist dies über die Nachrichtenbereitschaftszentrale des LANUV möglich: Tel.: 0201-714488, werktags steht die Zentrale des LANUV zur Verfügung: Tel.: 02361-305-0

Die Landwirtschaftskammer NRW bietet eine kostenlose Beratung zu den möglichen Herdenschutzmaßnahmen gem. Förderrichtlinien Wolf für alle Weidetierhalterinnen und -halter an: https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/tierproduktion/herdenschutz/weidetierschutz.htm

Weitere Informationen zum Wolfsgebiet Eifel – Hohes Venn, zu den Förderrichtlinien Wolf sowie zu Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen sind zu finden unter https://wolf.nrw/wolf.

Homepage des Senckenberg Forschungsinstituts Gelnhausen: https://www.senckenberg.de/de/presse/wolfsmonitoring-faq/