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Di
15
Jun
2021

Stadtgebiet Köln: Wolf GW2119m kam aus dem Alpenraum.


 

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt einen weiteren Wolfsnachweis in Köln.

Nachdem in der Nacht zum 19. Mai 2021 ein Wolf im Stadtgebiet von Köln mehrfach beobachtet und gefilmt worden war, ist jetzt nachgewiesen, dass der Wolf in der Nacht zum 20. Mai 2021 in der nördlichen Kölner Rheinaue vier Schafe getötet und vier weitere verletzt hatte. Das Senckenberg Forschungsinstituts Gelnhausen untersuchte Speichelreste an den Schafen und konnte die Identität des Wolfes aufklären: Es handelte sich um einen männlichen Wolf mit der Kennung GW2119m. Der Wolf trägt als genetisches Merkmal den Haplotyp HW22, der für die Alpenpopulation (Italien, Frankreich, Schweiz) kennzeichnend ist. Der Verbleib dieses Wolfes ist aktuell nicht bekannt. Der betroffene Schafhalter kann bei der Bezirksregierung Köln eine Entschädigung beantragen.

 Zwei weitere Wolfsrüden aus der Alpenpopulation hatten Nordrhein-Westfalen im Jahr 2020 bei ihrer Wanderung auf der Suche nach einem eigenen Territorium durchquert: GW1559m wurde am 17. Februar 2020 im Rheinisch-Bergischen-Kreis an einem Wildtierkadaver nachgewiesen; er wanderte weiter nach Niedersachsen, wo er am 15. Oktober 2020 im Landkreis Lüchow-Dannenberg erneut identifiziert werden konnte. GW1920m wurde am 12. November 2020 im Kreis Viersen an getöteten Schafen erfasst; er wanderte in die Niederlande und wurde am 14. November 2020 in der Provinz Limburg und später in der Provinz Nord-Brabant genetisch nachgewiesen. Wölfe verlassen bis spätestens dem Ende des zweiten Lebensjahres das elterliche Rudel und wandern dann weit umher, z.T. mehrere hundert Kilometer weit. Durch die enge Zusammenarbeit von Behörden und wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen, die Proben von Wölfen nach einheitlichen Standards gewinnen und untersuchen, werden Daten zur Populationsentwicklung und zum Wanderverhalten einzelner Wolfsindividuen nicht nur in den verschiedenen Bundesländern sondern auch über Staatsgrenzen hinweg erhoben und ausgetauscht (siehe auch https://www.senckenberg.de/de/institute/senckenberg-gesellschaft-fuer-naturforschung-frankfurt-main/abt-fliessgewaesseroekologie-und-naturschutzforschung/das-cewolf-konsortium/).

Weitere Informationen unter anderem zu Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen sind zu finden unter https://wolf.nrw/wolf.

Fragen zum praktischen Herdenschutz beantworten die Herdenschutzberater der Landwirtschaftskammer: https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/tierproduktion/herdenschutz/herdenschutz-nrw.htm

Informationen zur Herkunft der Wölfe in Deutschland sind auf der Homepage der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) zu finden: https://www.dbb-wolf.de/mehr/faq/woher-kommen-die-woelfe-in-deutschland

Informationen zum genetischen Wolfsmonitoring des Senckenberg Forschungsinstituts Gelnhausen: https://www.senckenberg.de/de/presse/wolfsmonitoring-faq/

Wolfsnachweise in den Niederlanden: https://www.bij12.nl/onderwerpen/faunazaken/wolf/

Wolfsnachweise in Niedersachsen: https://www.wolfsmonitoring.com/monitoring/wolfsnachweise

Weitere Informationen zum Vorkommen und zum Verhalten des Wolfs in Deutschland auf der Homepage des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit https://www.bmu.de/themen/natur-biologische-vielfalt-arten/artenschutz/nationaler-artenschutz/der-wolf-in-deutschland/#c22616