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Fr
17
Dez
2021

Wolfsnachweis im Kreis Minden-Lübbecke


 

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt einen Wolfsnachweis im Kreis Minden-Lübbecke.

Am Morgen des 10. Oktober 2021 wurde bei Petershagen ein acht Tage altes weibliches Rinderkalb tot aufgefunden. Es handelte sich um das jüngste Kalb aus einer Herde von vier Mutterkühen mit weiteren drei Kälbern, die bereits ein halbes Jahr alt waren. Die genetischen Untersuchungen durch das Forschungsinstitut Senckenberg sowie die veterinärpathologischen Untersuchungen im Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Ostwestfalen-Lippe haben nachgewiesen, dass das Rinderkalb von einem Wolf getötet wurde. Das Wolfsindividuum konnte genetisch nicht ermittelt werden. Der Tierhalter wurde über das Ergebnis informiert, er kann bei der Bezirksregierung Detmold eine Entschädigung beantragen. Für Nordrhein-Westfalen ist dies der erste Nachweis eines Übergriffs des Wolfes auf ein Rind.

Weidetierhalter aus NRW können Fragen zum Herdenschutz an eine zentrale Servicehotline Herdenschutz bei der Landwirtschaftskammer NRW richten. Damit wird die Kontaktaufnahme zu den Experten der Kammer vereinfacht. Besorgte und betroffene Tierhalter sind eingeladen, sich über die Hotline telefonisch über Herdenschutzmaßnahmen, aktuelle Fördermöglichkeiten und das Antragsverfahren zu informieren. Bei Bedarf können nach telefonischem Erstkontakt Vor-Ort-Beratungstermine vereinbart werden. Die Durchwahl der Servicehotline Herdenschutz lautet 0 29 45 / 98 98 98.

Die Hotline ist von montags bis donnerstags in der Zeit zwischen 8 und 17 Uhr, freitags zwischen 8 und 13 Uhr besetzt. Darüber hinaus können rund um die Uhr Beratungstermine über den Anrufbeantworter der Hotline oder über die Mailadresse herdenschutz@lwk.nrw.de angefragt werden.

Bei Haus- und Nutztierschäden mit Wolfsverdacht ist es wichtig, innerhalb von 24 Stunden eine Probenahme für die genetische Auswertung zu sichern. Betroffene Tierhalterinnen und Tierhalter sind gebeten, sich unmittelbar nach dem Auffinden getöteter Tiere an das Landesumweltamt (LANUV) zu wenden. Außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende ist dies über die Nachrichtenbereitschaftszentrale des LANUV möglich: Tel.: 0201-714488, werktags steht die Zentrale des LANUV zur Verfügung: Tel.: 02361-305-0

Die Territorien von drei niedersächsische Wolfsrudeln grenzen Im Norden an den Kreis Minden-Lübbecke: Das Rudel Rehden mit mindestens vier Welpen, das Rudel Rehburg und das neu gegründete Rudel Uchte mit jeweils mindestens einem Welpen aus 2021. Bisher wurden Mitglieder dieser Rudel nicht auf nordrhein-westfälischem Gebiet genetisch erfasst. Informationen zu Wolfsterritorien in Niedersachsen https://www.wolfsmonitoring.com/monitoring/wolfsterritorien.

Weitere Informationen zu Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen sind zu finden unter https://wolf.nrw/.

Informationen zum genetischen Wolfsmonitoring des Senckenberg Forschungsinstituts Gelnhausen: https://www.senckenberg.de/de/presse/wolfsmonitoring-faq/

Berichte zu wolfsverursachten Schäden, Präventions- und Ausgleichszahlungen sind auf der Homepage der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) zu finden: https://www.dbb-wolf.de/mehr/literatur-download/berichte-zu-praevention-und-nutztierschaeden

Weitere Informationen zum Vorkommen und zum Verhalten des Wolfs in Deutschland auf der Homepage des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit https://www.bmu.de/themen/natur-biologische-vielfalt-arten/artenschutz/nationaler-artenschutz/der-wolf-in-deutschland/#c22616