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Di
22
Feb
2022

Wolfsgebiet Eifel – Hohes Venn: Erneute Nachweise des Alpenwolfs GW2391m im Kreis Euskirchen


 

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt weitere Wolfsnachweise in Dahlem und Schleiden (Kreis Euskirchen).

Am 29. September 2021 wurde im Wald bei Dahlem ein Rotwildkalb gefunden, das von einem Wolfsrüden mit der Kennung GW2391m getötet und befressen worden war. Auch ein Übergriff auf Schafe in der Gemeinde Schleiden am 22. Dezember 2021 konnte durch genetische Untersuchungen des Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen dem Wolf GW2391m zugeordnet werden.

Der Wolfsrüde GW2391m war am 5. Juli 2021 erstmals im Raum Büllingen-Bütgenbach in Belgien und am 10. September 2021 im Nationalpark Eifel im Raum Schleiden genetisch erfasst worden. Er trägt als genetisches Merkmal den Haplotyp HW22, der für die Alpenpopulation (Italien, Frankreich, Schweiz) kennzeichnend ist. Aktuell bleibt abzuwarten, ob der Wolf weiterhin im Gebiet bleiben wird oder weiterzieht. Nach den bundeseinheitlichen Monitoringstandards gilt ein Wolf als territorial, wenn er in Zeitraum von mindestens sechs Monaten in einem Gebiet individuell nachgewiesen wird. Wolfsterritorien haben in Deutschland eine Größe von durchschnittlich ungefähr 200 km2. Wölfe verlassen bis spätestens Ende des zweiten Lebensjahres das elterliche Rudel und wandern dann weit umher, z.T. mehrere hundert Kilometer weit. Dass Wölfe aus der Alpenpopulation Nordwest-Deutschland erreichen, ist daher nicht ungewöhnlich.

Den Halterinnen und Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild im Wolfsgebiet Eifel – Hohes Venn und in der umgebenden Pufferzone wird empfohlen, ihre Tiere mit geeigneten Zäunen wolfsabweisend zu sichern. In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden Präventionsmaßnahmen wie beispielsweise die Anschaffung wolfsabweisender Elektrozäune zu 100 Prozent gefördert. Im Wolfsgebiet Eifel – Hohes Venn können gemäß Förderrichtlinien Wolf vom 03. Februar 2017, zuletzt geändert am 06. Dezember 2021, nur dann Entschädigungsleistungen für nachweislich von einem Wolf getöteten Schafe, Ziegen oder Gehegewild gewährt werden, wenn ein wolfsabweisender Grundschutz vorhanden ist.

Fragen zum Herdenschutz, zu Herdenschutzmaßnahmen, aktuellen Fördermöglichkeiten und zum Antragsverfahren können an die zentrale Servicehotline Herdenschutz Tel. 0 29 45 / 98 98 98 bei der Landwirtschaftskammer NRW gerichtet werden. Die Servicehotline Herdenschutz ist von montags bis donnerstags in der Zeit zwischen 8 und 17 Uhr, freitags zwischen 8 und 13 Uhr besetzt. Darüber hinaus können rund um die Uhr Beratungstermine über den Anrufbeantworter der Hotline oder über die Mailadresse herdenschutz@lwk.nrw.de angefragt werden. Bei Bedarf können nach telefonischem Erstkontakt Vor-Ort-Beratungstermine vereinbart werden. https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/tierproduktion/herdenschutz/weidetierschutz.htm.

Weitere Informationen zum Wolfsgebiet Eifel – Hohes Venn und zu Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen sind zu finden unter https://wolf.nrw/.

Bei Haus- und Nutztierschäden mit Wolfsverdacht ist es wichtig, innerhalb von 24 Stunden eine Probenahme für die genetische Auswertung zu sichern. Betroffene Tierhalterinnen und Tierhalter sind gebeten, sich unmittelbar nach dem Auffinden getöteter Tiere an das Landesumweltamt (LANUV) zu wenden. Außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende ist dies über die Nachrichtenbereitschaftszentrale des LANUV möglich: Tel.: 0201-714488, werktags steht die Zentrale des LANUV zur Verfügung: Tel.: 02361-305-0.

Informationen zum genetischen Wolfsmonitoring des Senckenberg Forschungsinstituts Gelnhausen: https://www.senckenberg.de/de/presse/wolfsmonitoring-faq/

Informationen zur Herkunft der Wölfe in Deutschland sind auf der Homepage der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) zu finden: https://www.dbb-wolf.de/mehr/faq/woher-kommen-die-woelfe-in-deutschland

Weitere Informationen zum Vorkommen und zum Verhalten des Wolfs in Deutschland auf der Homepage des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit https://www.bmu.de/themen/natur-biologische-vielfalt-arten/artenschutz/nationaler-artenschutz/der-wolf-in-deutschland/#c22616

Informationen zu Wolfsnachweisen in Süd-Belgien (Wallonien) http://biodiversite.wallonie.be/fr/reseau-loup.html?IDC=6413

Informationen über Wölfe im Alpenraum https://www.lifewolfalps.eu/de/il-lupo-sulle-alpi/