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Do
10
Mrz
2022

Wolfsgebiet Schermbeck: Drei Welpen aus dem Schermbecker Rudel genetisch identifiziert


 

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt weitere Wolfsnachweise in Hünxe (Kreis Wesel) und in Bottrop. Alle genetischen Ergebnisse beruhen auf den Untersuchungen des Senckenberg Forschungsinstituts in Gelnhausen.

Am 30. Januar 2022 wurden in Hünxe zwei Schafe von Wölfen getötet und befressen. Die genetische Analyse hat ergeben, dass die territoriale Wölfin GW954f und der territoriale Rüde GW1587m gemeinsam an dem Vorfall beteiligt waren. Die betreffende Weide liegt in Hünxe-Buchholtwelmen westlich der Autobahn A3.

Am 10. Februar 2022 wurde in Bottrop-Kirchhellen ein Rotwild-Schmaltier von Wölfen gerissen. Eine individuelle Zuordnung war nicht möglich, da sich die Speichelreste von mehreren Individuen aus dem Schermbecker Rudel vermischt hatten.

Am 12. Februar 2022 wurde in Bottrop ein Schaf vom Wolf getötet. Die betreffende Weide liegt östlich der Autobahn A31. Genetische Proben haben erstmals einen dritten Welpen des territorialen Wolfspaares aus dem Geburtsjahr 2021 nachgewiesen. Es handelt sich um ein männliches Jungtier mit der Kennung GW2551m. Bereits am 27. Juni 2021 waren der weibliche Welpe GW2307f und am 14. Dezember 2021 der männliche Welpe GW2428m erfasst worden.

Weitere neue Wolfsnachweise aus dem Wolfsgebiet Schermbeck, darunter genetisch bestätigte Kot- oder Urinspuren, bestätigte Fotofallenaufnahmen und Sichtbeobachtungen mit Foto oder Video, sind im Wolfsportal des LANUV NRW einsehbar https://wolf.nrw/wolf/de/nachweise/.

Seit 2018 sind den Wölfen im Territorium Schermbeck zahlreiche Nutztiere zum Opfer gefallen. Eine detaillierte Übersicht findet sich im Fachinformationssystem des LANUV NRW (Wolfsportal) https://wolf.nrw/wolf/de/management/nutztierrisse. Eine wolfsabweisende Zäunung minimiert nachweislich das Risiko eines Wolfsübergriffs. Den Tierhalterinnen und Tierhaltern im Wolfsgebiet Schermbeck und in der umgebenden Pufferzone wird dringend empfohlen, ihre Tiere mit geeigneten Zäunen wolfsabweisend zu sichern. Gemäß den Vorgaben der Förderrichtlinien Wolf ist in den Wolfsgebieten ist der Nachweis eines wolfsabweisenden Grundschutzes eine Voraussetzung für die Entschädigung bei Übergriffen auf Schafe, Ziegen und Gehegewild.

Weidetierhalterinnen und -halter aus NRW können Fragen zum Herdenschutz an eine zentrale Servicehotline Herdenschutz bei der Landwirtschaftskammer NRW richten. Damit wird die Kontaktaufnahme zu den Expertinnen und Experten der Kammer vereinfacht. Besorgte und betroffene Tierhalterinnen und Tierhalter sind eingeladen, sich über die Hotline telefonisch über Herdenschutzmaßnahmen, aktuelle Fördermöglichkeiten und das Antragsverfahren zu informieren. Bei Bedarf können nach telefonischem Erstkontakt Vor-Ort-Beratungstermine vereinbart werden.

Die Durchwahl der Servicehotline Herdenschutz ist 0 29 45 / 98 98 98.

Die Hotline ist von montags bis donnerstags in der Zeit zwischen 8 und 17 Uhr, freitags zwischen 8 und 13 Uhr besetzt. Darüber hinaus können rund um die Uhr Beratungstermine über den Anrufbeantworter der Hotline oder über die Mailadresse herdenschutz@lwk.nrw.de angefragt werden.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass sich die fachliche Antragsprüfung sehr aufwändig gestaltet, da häufig Nachfragen zu den eingereichten Anträgen erforderlich sind. Den Antragstellerinnen und Antragstellern wird daher dringend empfohlen, bereits im Vorfeld eines Förderantrags das kostenlose Beratungsangebot der Herdenschutzberatung der Landwirtschaftskammer zu nutzen. Mit dieser frühzeitigen Beratung lässt sich die Antragstellung und -prüfung erleichtern und somit das Bewilligungsverfahren insgesamt beschleunigen und dürfte somit auch im Interesse der antragstellenden Weidetierhaltungen liegen. https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/tierproduktion/herdenschutz/herdenschutz-nrw.htm

Bei Haus- und Nutztierschäden mit Wolfsverdacht ist es wichtig, innerhalb von 24 Stunden eine Probenahme für die genetische Auswertung zu sichern. Betroffene Tierhalterinnen und Tierhalter sind gebeten, sich unmittelbar nach dem Auffinden getöteter Tiere an das Landesumweltamt (LANUV) zu wenden. Außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende ist dies über die Nachrichtenbereitschaftszentrale des LANUV möglich: Tel.: 0201-714488, werktags steht die Zentrale des LANUV zur Verfügung: Tel.: 02361-305-0

Weitere Informationen zum Wolfsgebiet Schermbeck und zu Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen sind zu finden unter https://wolf.nrw/wolf.

Informationen zum genetischen Monitoring des Forschungsinstitut Senckenberg Gelnhausen: https://www.senckenberg.de/de/presse/wolfsmonitoring-faq/

Informationen zu Wölfen in Deutschland auf der Homepage der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW): https://www.dbb-wolf.de