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2022

Wolfsnachweise in den Kreisen Kleve, Wesel und in der Stadt Krefeld: GW1625m aus den Niederlanden am Niederrhein unterwegs


 

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt Wolfsnachweise in Bedburg-Hau (Kreis Kleve), Xanten (Kreis Wesel) und in Krefeld.

Am 29. Januar 2022 brach in Bedburg-Hau eine Schafherde von einer Weide aus; ein Schaf wurde auf der benachbarten Straße von einem Auto erfasst und verletzt. Auf der Weide wurden vier Lämmer tot aufgefunden; davon war mindestens ein Lamm durch Bisse getötet worden. An diesem Lamm wurde genetisches Material von einem Wolf mit dem Haplotyp HW22 festgestellt; dieses genetische Merkmal ist für Wölfe kennzeichnend, die ursprünglich aus der Alpenpopulation (Italien, Frankreich, Schweiz) stammen. Eine nähere Bestimmung des Individuums gelang nicht.

Am 12. Februar 2022 wurde in Xanten ein Schaf von einem Wolf gerissen. Anhand genetischer Proben konnte das Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen den Wolfsrüden GW1625m identifizieren. Es handelt sich um einen Wolf, der ebenfalls den Haplotyp HW22 trägt und somit ursprünglich aus der Alpenpopulation stammt.

Auch die beiden Übergriffe auf Schafe in Krefeld am 15. und 16. Februar 2022, bei denen insgesamt zwei Schafe getötet und drei Schafe verletzt worden waren, wurden von dem Wolfsrüden GW1625m verursacht.

Die mit dem genetischen Wolfsmonitoring befassten wissenschaftlichen Einrichtungen und Behörden in Deutschland und in den Niederlanden arbeiten eng zusammen, um Wölfe zu erfassen, die internationale Grenzen überschreiten. Der Wolfsrüde mit der Kennung GW1625m war 2020 in die niederländische Provinz Nord-Brabant eingewandert und hatte südlich von Eindhoven das Territorium Groote Heide begründet. Dort lebte er als territorialer Einzelwolf. Aktuell ist nicht bekannt, ob er sein Territorium dauerhaft verlassen hat oder während der Paarungszeit, die bei Wölfen in Mitteleuropa im Februar ihren Höhepunkt hat, auf der Suche nach einer Partnerin zu einer besonders großen Exkursion aufgebrochen war.

Die Kreise Kleve und der linksrheinische Teil des Kreises Wesel gehören zur Pufferzone um das Wolfsgebiet Schermbeck. Den Tierhalterinnen und Tierhaltern im Wolfsgebiet Schermbeck und in der umgebenden Pufferzone wird dringend empfohlen, ihre Tiere mit geeigneten Zäunen wolfsabweisend zu sichern. Gemäß den Vorgaben der Förderrichtlinien Wolf ist in den Wolfsgebieten ist der Nachweis eines wolfsabweisenden Grundschutzes eine Voraussetzung für die Entschädigung bei Übergriffen auf Schafe, Ziegen und Gehegewild.

Weidetierhalterinnen und -halter aus NRW können Fragen zum Herdenschutz an eine zentrale Servicehotline Herdenschutz bei der Landwirtschaftskammer NRW richten. Damit wird die Kontaktaufnahme zu den Expertinnen und Experten der Kammer vereinfacht. Besorgte und betroffene Tierhalterinnen und Tierhalter sind eingeladen, sich über die Hotline telefonisch über Herdenschutzmaßnahmen, aktuelle Fördermöglichkeiten und das Antragsverfahren zu informieren. Bei Bedarf können nach telefonischem Erstkontakt Vor-Ort-Beratungstermine vereinbart werden.

Die Durchwahl der Servicehotline Herdenschutz ist 0 29 45 / 98 98 98.

Die Hotline ist von montags bis donnerstags in der Zeit zwischen 8 und 17 Uhr, freitags zwischen 8 und 13 Uhr besetzt. Darüber hinaus können rund um die Uhr Beratungstermine über den Anrufbeantworter der Hotline oder über die Mailadresse herdenschutz@lwk.nrw.de angefragt werden.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass sich die fachliche Antragsprüfung sehr aufwändig gestaltet, da häufig Nachfragen zu den eingereichten Anträgen erforderlich sind. Den Antragstellerinnen und Antragstellern wird daher dringend empfohlen, bereits im Vorfeld eines Förderantrags das kostenlose Beratungsangebot der Herdenschutzberatung der Landwirtschaftskammer zu nutzen. Mit dieser frühzeitigen Beratung lässt sich die Antragstellung und -prüfung erleichtern und somit das Bewilligungsverfahren insgesamt beschleunigen und dürfte somit auch im Interesse der antragstellenden Weidetierhaltungen liegen: https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/tierproduktion/herdenschutz/herdenschutz-nrw.htm

Bei Haus- und Nutztierschäden mit Wolfsverdacht ist es wichtig, innerhalb von 24 Stunden eine Probenahme für die genetische Auswertung zu sichern. Betroffene Tierhalterinnen und Tierhalter sind gebeten, sich unmittelbar nach dem Auffinden getöteter Tiere an das Landesumweltamt (LANUV) zu wenden. Außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende ist dies über die Nachrichtenbereitschaftszentrale des LANUV möglich: Tel.: 0201-714488, werktags steht die Zentrale des LANUV zur Verfügung: Tel.: 02361-305-0.

Weitere Informationen zu Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen: https://wolf.nrw/wolf/de/nachweise

Informationen zum internationalen genetischen Wolfsmonitoring des Senckenberg Forschungsinstituts Gelnhausen: https://www.senckenberg.de/de/institute/senckenberg-gesellschaft-fuer-naturforschung-frankfurt-main/abt-fliessgewaesseroekologie-und-naturschutzforschung/das-cewolf-konsortium/

Karte der Wolfsterritorien in den Benelux-Staaten und Deutschland: https://wolvesmap.zoogdiervereniging.nl/?locale=en

Informationen über die Wolfsrudel in Deutschland auf der Homepage der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW): https://dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen