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Do
31
Mrz
2022

Wandernde Wölfe in NRW unterwegs: Wolfsnachweise in Preußisch Oldendorf, Werne, Dortmund, Meinerzhagen, Drolshagen und Telgte


 

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt Wolfsnachweise in den Kreisen Minden-Lübbecke und Unna, in der Stadt Dortmund, im Märkischen Kreis sowie in den Kreisen Olpe und Warendorf.

Am 03. März 2022 um 8:35 Uhr wurde ein einzelner Wolf in Preußisch Oldendorf (Kreis Minden-Lübbecke) von einem Auto aus fotografiert und gefilmt, wie er über einen Acker lief.

Am 08. März 2022 gegen 7:30 Uhr wurde ein einzelner Wolf auf einem Acker in Werne (Kreis Unna) ebenfalls von einem Auto aus fotografiert. Ein weiteres Video einer Anwohnerin zeigt den Wolf, wie er entlang einer Straße nach Norden lief. Der Wolf wurde an diesem Vormittag von weiteren Beobachtern beobachtet. Alle Beobachtungsorte liegen nördlich des Ortsteils Stockum und maximal einen Kilometer östlich der Autobahn A1; möglicherweise war der Wolf auf der Suche nach einer Querungsmöglichkeit für die Autobahn A1.

Am 10. März 2022 wird ein Wolf kurz vor Mitternacht in Stadtrandbereich von Dortmund aus einem Auto heraus gefilmt, wie er die Derner Straße nördlich des Naturschutzgebietes Kirchderner Wald überquert. Dass Wölfe in innerstädtischen Bereichen auftauchen, geschieht eher selten, ist aber nicht gänzlich auszuschließen. Wölfe verlassen bis spätestens dem Ende des zweiten Lebensjahres das elterliche Rudel und wandern dann weit umher, z.T. mehrere hundert Kilometer weit. Dabei bewegen sie sich in für sie unbekanntem Gelände. Wissenschaftliche Studien mit besenderten Wölfen belegen, dass abwandernde Jungwölfe, die z. B. über Grüngürtel in dicht besiedelte innerstädtische Gebiete geraten, diese schnell wieder zu verlassen suchen.

Am 12. März 2022 um 6:45 Uhr wurde ein Wolf in Meinerzhagen (Märkischer Kreis) an einem Wanderparkplatz auf der Nordhelle im Ebbegebirge beobachtet. Die beiden Beobachterinnen konnten den Wolf fotografieren, der über eine Kalamitätsfläche wechselte. An diesem Vormittag wurden weitere Wolfsbeobachtungen gemeldet und zwar aus dem angrenzenden Drolshagen (Kreis Olpe). Zunächst war um 8:45 Uhr ein wolfsähnliches Tier südlich der Talbrücke Germinghausen der Autobahn A 45 fotografiert worden; hier reichte die Qualität des Fotos für eine eindeutige Artbestimmung allerdings nicht aus. Um 8:53 Uhr querte ein eindeutig als Wolf erkennbares Tier unmittelbar an der Anschlussstelle Drolshagen zur Autobahn A 45 die L708 und wurde dabei von einem Auto aus gefilmt. Um 9:45 Uhr wurde dann ein wolfsähnliches Tier auf einem Feldweg zwischen Sendschotten und Hützemert fotografiert. Wahrscheinlich handelte es sich bei den genannten Beobachtungen vom 12. März 2022 immer um dasselbe Wolfsindividuum, welches die Wegstrecke von ungefähr 15 km in drei Stunden zurückgelegt hatte.

Am 22. März 2022 um 8:42 Uhr filmte ein Anwohner in Telgte (Kreis Warendorf) einen Wolf in den Ems-Auen. Der Wolf kam von Süden aus einem Waldgebiet über das Feld und lief dann zunächst an der Ems entlang Richtung Telgte, drehte dann aber um und folgte dem Ems-Ufer weiter Richtung Warendorf.

Alle Beobachtungsorte wurden von den regional zuständigen Wolfsberaterinnen und Wolfsberater überprüft. Das Bildmaterial wurde vom LANUV und von der DBBW überprüft. Geschlecht, Identität und Verbleib der nachgewiesenen Wölfe sind nicht bekannt. Übergriffe auf Nutztiere oder aktive Annäherungen an Menschen sind in keinem Fall mit den aufgeführten Beobachtungen in Verbindung zu bringen.

Gemäß den bundeseinheitlichen Kriterien für das Monitoring von Wölfen in Deutschland werden Beobachtungen ohne Bildbeleg oder mit unvollständigen Angaben zu Ort und Zeitpunkt als unbestätigte Hinweise erfasst. Das zugrundeliegende Bildmaterial muss in der Qualität so gut sein (Schärfe, Beleuchtung, Auflösung, Perspektive usw.) sein, damit eine Unterscheidung zwischen Wölfen und wolfsähnlichen Hunden zuverlässig möglich ist.

Empfehlungen des LANUV bei Begegnungen mit einem Wolf

Auch in einem Gebiet, in dem Wölfe ihr Revier haben, ist es äußerst unwahrscheinlich, dass Sie einen Wolf zu Gesicht bekommen. Wölfe meiden die Nähe des Menschen. Vor allem bei jungen und unerfahrenen Wölfen kann es aber vorkommen, dass die Neugier stärker ist als die Furcht. Wenn Sie einem Wolf begegnen, sollten Sie sich auf diese Weise verhalten:

  • Nicht versuchen, sich dem Wolf zu nähern, ihn anzufassen oder zu füttern!
  • Nicht weglaufen, am besten stehen bleiben und abwarten, bis sich der Wolf zurückzieht.
  • Wenn man selbst den Abstand vergrößern will, langsam zurückziehen.
  • Man kann den Wolf auch vertreiben, indem man auf sich aufmerksam macht (laut ansprechen, in die Hände klatschen, mit den Armen winken).

Über aktuelle Nachweise von Wölfen in NRW können Sie sich über den Abo-Service des Umweltportals NRW automatisch informieren lassen. https://www.umweltportal.nrw.de/abo-service

Weitere Informationen zu Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen sind zu finden unter https://wolf.nrw/.

Informationen zu Wolfsnachweisen in Deutschland sind zu finden auf der Homepage der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW): https://www.dbb-wolf.de/.

Weitere Informationen zum Vorkommen und zum Verhalten des Wolfs in Deutschland auf der Homepage des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit https://www.bmu.de/themen/natur-biologische-vielfalt-arten/artenschutz/nationaler-artenschutz/der-wolf-in-deutschland/#c22616