Sie sind hier: Aktuelles 2022-07-08
Fr
8
Jul
2022

Wolfsgebiet Eifel – Hohes Venn: Junge Wölfin GW2546f aus Belgien im Nationalpark Eifel nachgewiesen


 

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt einen Wolfsnachweis in Monschau (Städteregion Aachen).

Am 17. Mai 2022 wurde im Nationalpark Eifel ein Wolf beobachtet, der an den Überresten eines Rothirsches fraß. Anhand genetischer Proben konnte das Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen einen weiblichen Wolf mit der Kennung GW2546f identifizieren. Es handelt sich dabei um einen Nachkommen aus dem belgischen Rudel mit der Bezeichnung „Hohes Venn“ (Hautes Fagnes fr.), geboren im Jahr 2021. Das Territorium dieses Rudels befindet sich im Gebiet zwischen Eupen und Monschau vorwiegend auf belgischer Seite.

Die mit dem genetischen Wolfsmonitoring befassten wissenschaftlichen Einrichtungen und Behörden in Deutschland und Belgien arbeiten eng zusammen, um Wölfe zu erfassen, die internationale Grenzen überschreiten. Das Wolfsrudel „Hohes Venn“ mit dem Rüden GW926m und der Wölfin GW1943f hatte im Jahr 2021 erstmals Nachwuchs; die belgischen Behörden gehen von vier Welpen aus. Ein männlicher Jährling dieses Rudels mit der Kennung GW2547m scheint bereits nach Westen in die Ardennen abgewandert zu sein, weil er zufällig ebenfalls am 17. Mai 2022 in der Nähe von Saint-Hubert in der belgischen Provinz Luxemburg genetisch nachgewiesen wurde.

Den Halterinnen und Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild im Wolfsgebiet Eifel – Hohes Venn und in der umgebenden Pufferzone wird empfohlen, ihre Tiere mit geeigneten Zäunen wolfsabweisend zu sichern. In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden Präventionsmaßnahmen wie beispielsweise die Anschaffung wolfsabweisender Elektrozäune zu 100 Prozent gefördert. Im Wolfsgebiet Eifel – Hohes Venn können gemäß Förderrichtlinien Wolf vom 03. Februar 2017, zuletzt geändert am 06. Dezember 2021, nur dann Entschädigungsleistungen für nachweislich von einem Wolf getöteten Schafe, Ziegen oder Gehegewild gewährt werden, wenn ein wolfsabweisender Grundschutz vorhanden ist.

Fragen zum Herdenschutz, zu Herdenschutzmaßnahmen, aktuellen Fördermöglichkeiten und zum Antragsverfahren können an die zentrale Servicehotline Herdenschutz Tel. 0 29 45 / 98 98 98 bei der Landwirtschaftskammer NRW gerichtet werden. Die Servicehotline Herdenschutz ist von montags bis donnerstags in der Zeit zwischen 8 und 17 Uhr, freitags zwischen 8 und 13 Uhr besetzt. Darüber hinaus können rund um die Uhr Beratungstermine über den Anrufbeantworter der Hotline oder über die Mailadresse herdenschutz@lwk.nrw.de angefragt werden. Bei Bedarf können nach telefonischem Erstkontakt Vor-Ort-Beratungstermine vereinbart werden. https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/tierproduktion/herdenschutz/weidetierschutz.htm.

Weitere Informationen zum Wolfsgebiet Eifel – Hohes Venn und zu Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen sind zu finden unter https://wolf.nrw/.

Bei Haus- und Nutztierschäden mit Wolfsverdacht ist es wichtig, innerhalb von 24 Stunden eine Probenahme für die genetische Auswertung zu sichern. Betroffene Tierhalterinnen und Tierhalter sind gebeten, sich unmittelbar nach dem Auffinden getöteter Tiere an das Landesumweltamt (LANUV) zu wenden. Außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende ist dies über die Nachrichtenbereitschaftszentrale des LANUV möglich: Tel.: 0201-714488, werktags steht die Zentrale des LANUV zur Verfügung: Tel.: 02361-305-0.

Informationen zum genetischen Wolfsmonitoring des Senckenberg Forschungsinstituts Gelnhausen: https://www.senckenberg.de/de/presse/wolfsmonitoring-faq/

Informationen zur Herkunft der Wölfe in Deutschland sind auf der Homepage der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) zu finden: https://www.dbb-wolf.de/mehr/faq/woher-kommen-die-woelfe-in-deutschland

Weitere Informationen zum Vorkommen und zum Verhalten des Wolfs in Deutschland auf der Homepage des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit https://www.bmu.de/themen/natur-biologische-vielfalt-arten/artenschutz/nationaler-artenschutz/der-wolf-in-deutschland/#c22616

Informationen zu Wolfsnachweisen in Süd-Belgien (Wallonien) http://biodiversite.wallonie.be/fr/reseau-loup.html?IDC=6413