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Di
23
Aug
2022

Wolfsnachweis im Kreis Paderborn: Wolfsrüde GW2252m aus dem Rudel „Glücksburger Heide“ (Sachsen-Anhalt) in Lichtenau nachgewiesen


 

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt einen Wolfsnachweis im Kreis Paderborn.

Am 07. Juni 2022 wurde in einem Waldgebiet bei Lichtenau ein Wolf beim Absetzen von Kot beobachtet. Diese Losung konnte sichergestellt werden und mithilfe der genetischen Analyse des Senckenberg Forschungsinstituts in Gelnhausen wurde ein männlicher Wolf mit der Kennung GW2252m identifiziert. Es handelt sich dabei um einen Nachkommen aus dem Rudel „Glücksburger Heide“ in Sachsen-Anhalt. Dieses Individuum wurde erstmalig im Dezember 2020 in seinem Herkunftsterritorium über Losung nachgewiesen. Über den Verbleib des Wolfes ist nichts bekannt.

Das Territorium „Glücksburger Heide“ besteht bereits seit 2012 und im Jahr 2014 kam es zur ersten Reproduktion. Während das territoriale Muttertier GW342f gleich blieb, kam es in der Vergangenheit zu mehreren Rüdenwechseln. Der Vater des in Lichtenau nachgewiesenen Individuums trägt die Kennung GW1503m und ist seit mindestens 2018 der territoriale Rüde im Rudel „Glücksburger Heide“.

Den Halterinnen und Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild im Wolfsgebiet Senne – Eggegebirge und in der umgebenden Pufferzone wird empfohlen, ihre Tiere mit geeigneten Zäunen wolfsabweisend zu sichern. In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden Präventionsmaßnahmen wie beispielsweise die Anschaffung wolfsabweisender Elektrozäune zu 100 Prozent gefördert. Im Wolfsgebiet Senne – Eggegebirge können gemäß Förderrichtlinien Wolf vom 03. Februar 2017, zuletzt geändert am 06. Dezember 2021, nur dann Entschädigungsleistungen für nachweislich von einem Wolf getöteten Schafe, Ziegen oder Gehegewild gewährt werden, wenn ein wolfsabweisender Grundschutz vorhanden ist.

Fragen zum Herdenschutz, zu Herdenschutzmaßnahmen, aktuellen Fördermöglichkeiten und zum Antragsverfahren können an die zentrale Servicehotline Herdenschutz Tel. 0 29 45 / 98 98 98 bei der Landwirtschaftskammer NRW gerichtet werden. Die Servicehotline Herdenschutz ist von montags bis donnerstags in der Zeit zwischen 8 und 17 Uhr, freitags zwischen 8 und 13 Uhr besetzt. Darüber hinaus können rund um die Uhr Beratungstermine über den Anrufbeantworter der Hotline oder über die Mailadresse herdenschutz@lwk.nrw.de angefragt werden. Bei Bedarf können nach telefonischem Erstkontakt Vor-Ort-Beratungstermine vereinbart werden: https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/tierproduktion/herdenschutz/weidetierschutz.htm.

Weitere Informationen zum Wolfsgebiet Senne – Eggegebirge und zu Wolfsnachweisen in Nordrhein-Westfalen sind zu finden unter https://wolf.nrw/.

Bei Haus- und Nutztierschäden mit Wolfsverdacht ist es wichtig, innerhalb von 24 Stunden eine Probenahme für die genetische Auswertung zu sichern. Betroffene Tierhalterinnen und Tierhalter sind gebeten, sich unmittelbar nach dem Auffinden getöteter Tiere an das Landesumweltamt (LANUV) zu wenden. Außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende ist dies über die Nachrichtenbereitschaftszentrale des LANUV möglich: Tel.: 0201-714488, werktags steht die Zentrale des LANUV zur Verfügung: Tel.: 02361-305-0.

Informationen zum genetischen Wolfsmonitoring des Senckenberg Forschungsinstituts Gelnhausen: https://www.senckenberg.de/de/presse/wolfsmonitoring-faq/

Informationen zu den Wolfsterritorien in Deutschland sind auf der Homepage der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) zu finden: https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/territorien/karte-der-territorien

Weitere Informationen zum Vorkommen und zum Verhalten des Wolfs in Deutschland auf der Homepage des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit: https://www.bmu.de/themen/natur-biologische-vielfalt-arten/artenschutz/nationaler-artenschutz/der-wolf-in-deutschland/#c22616