Wolfsgebiet Senne

Ein erster genetischer Nachweis eines Wolfes im Bereich des Truppenübungsplatzes Senne wurde an einem gerissenen Damtier am 27.07.2018 erbracht. Ein zweiter und dritter genetischer Nachweis folgten am 26. und 27.09.2018 an gerissenen Schafen. In allen drei Fällen konnte der gleiche Wolf individualisiert werden: Es handelt sich um ein weibliches Tier mit der Kennung GW1044f. Das Herkunftsrudel dieses Tieres ist beim Forschungsinstitut Senckenberg bislang nicht bekannt. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (LANUV) geht davon aus, dass dieses Tier mittlerweile standorttreu geworden ist.

Vor diesem Hintergrund hat das Umweltministerium Nordrhein-Westfalen in dem betreffenden Landschaftsraum mit Wirkung zum 20.12.2018 das „Wolfsgebiet Senne“ ausgewiesen. Zusätzlich wird im Umfeld des Wolfsgebietes eine „Pufferzone um das Wolfsgebiet“ ausgewiesen. Ein Wolfsgebiet wird bei einer festen Ansiedlung von Wölfen ausgewiesen, das heißt wenn ein Wolf über die Dauer von bis zu einem halben Jahr mehrfach in einem Gebiet nachgewiesen werden kann.

Abgrenzung des "Wolfsgebietes Senne" mit umliegender Pufferzone

Das „Wolfsgebiet Senne“ umfasst die Truppenübungsplätze im Bereich Senne sowie weitere zusammenhängende waldreiche Gebiete und hat eine Fläche von 922 km². Die Abgrenzung umfasst die folgenden Städte bzw. Gemeinden vollständig oder teilweise (Teilbereiche in Klammern):

  • Kreis Gütersloh: Stadt Schloß Holte-Stukenbrock.
  • Kreis Lippe: Städte Detmold, Horn-Bad Meinberg, Lage und Oerlinghausen, Gemeinden Augustdorf und Schlangen.
  • Kreis Paderborn: Städte Bad Lippspringe und Paderborn, Gemeinden Altenbeken und Hövelhof.
  • Kreisfreie Stadt Bielefeld (Teil südwestlich der A 2/B 66).

Die umliegende „Pufferzone um das Wolfsgebiet“ umfasst auf einer Fläche von etwa 3.390 km² den Großteil der kreisfreien Stadt Bielefeld, den östlichen Bereich des Kreises Gütersloh, den Nordosten des Kreises Lippe sowie die gesamten Kreise Paderborn und Höxter:

  • Kreis Gütersloh: Städte Gütersloh, Rietberg und Verl.
  • Kreis Höxter: Städte Bad Driburg, Beverungen, Borgentreich, Brakel, Höxter, Marienmünster, Nieheim, Steinheim, Warburg und Willebadessen.
  • Kreis Lippe: Städte Bad Salzuflen, Barntrup, Blomberg, Lemgo, Lügde und Schieder-Schwalenberg, Gemeinden Dörentrup, Extertal, Kalletal und Leopoldshöhe.
  • Kreis Paderborn: Städte Bad Wünnenberg, Büren, Delbrück, Lichtenau, und Salzkotten, Gemeinde Borchen.
  • Kreisfreie Stadt Bielefeld (Teil nordöstlich der A 2/B 66).

Eine Karte des "Wolfsgebietes Senne" mit umliegender Pufferzone findet sich hier.

Die Ausweisung eines Wolfsgebietes ist insbesondere für die Nutztierhaltung von großer Bedeutung, da das Land Nordrhein-Westfalen in diesen Bereichen auf der Grundlage der "Förderrichtlinie Wolf" vorbeugende Maßnahmen zum Herdenschutz fördert. Anträge auf Entschädigung der durch einen Wolf verursachten Schäden sowie Anträge auf Förderung von Herdenschutzmaßnahmen können im Fall des "Wolfsgebietes Senne" bei der Bezirksregierung Detmold als zuständige Bewilligungsbehörde (dort bei dem für die Naturschutzförderung zuständigen Dezernat 51) gestellt werden.

Derzeit werden die Förderrichtlinien Wolf fortgeschrieben, um eine bessere finanzielle Unterstützung der Weidetierhaltung zu ermöglichen. So sollen dann auch im Bereich der umliegenden Pufferzonen in Nordrhein-Westfalen zukünftig ebenfalls Präventionsmaßnahmen förderfähig werden. Anträge auf Förderung von Herdenschutzmaßnahmen sind dann – ab dem in Krafttreten der fortgeschriebenen Förderrichtlinien Wolf – auch für die umliegende Pufferzone möglich und können bei der Bezirksregierung Detmold als zuständige Bewilligungsbehörde (dort bei dem für die Naturschutzförderung zuständigen Dezernat 51) gestellt werden.

Ansprechpartner Bezirksregierung Detmold

email: post51@bezreg-detmold.nrw.de

Postanschrift:
Bezirksregierung Detmold
Dezernat 51 - Natur- und Landschaftsschutz, Fischerei
Leopoldstraße 15
32756 Detmold

Ansprechpartner / Wolfsberater vor Ort

Im Bereich des "Wolfsgebietes Senne" stehen für Hinweise auf Wölfe sowie für eine erste Beratung bei Nutztierrissen die örtlichen Wolfsberater sowie das LANUV als Ansprechpartner bereit.