Wolfsverdachtsgebiet Oberbergisches Land

Aus dem Oberbergischen Land im Umfeld von Engelskirchen liegen seit dem Frühjahr/Sommer 2019 mehrere Wolfsnachweise vor (Bildmaterial aus Fotofallen und genetische Nachweise von Tierrissen). Anhand genetischer Analysen gelang die Individualisierung eines weiblichen Wolfes mit der Kennung GW1433f an einem Wildtierriss vom 13.10.2019. Aufgrund genetischer Ähnlichkeiten zu anderen Befunden und dem Gesamtbild der vorliegenden Nachweise geht das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (LANUV) davon aus, dass sich das betreffende Tier über längere Zeit schon in dem Landschaftsraum aufhält.

Vor diesem Hintergrund weist das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MULNV) auf der Grundlage der "Richtlinien über die Gewährung von Billigkeitsleistungen und Zuwendungen zur Minderung oder Vermeidung von durch den Wolf verursachten wirtschaftlichen Belastungen" ("Förderrichtlinien Wolf") das "Wolfsverdachtsgebiet Oberbergisches Land" aus. Ab sofort können Förderanträge auf der Basis der Förderrichtlinie Wolf an die Bezirksregierung Köln gerichtet werden. Die Abgrenzungen hat das zuständige LANUV auf der Grundlage fachlicher Kriterien vorgenommen.

Abgrenzung des Wolfsverdachtsgebietes Oberbergisches Land

Das „Wolfsverdachtsgebiet Oberbergisches Land“ umfasst Teile des Rhein-Sieg-Kreises, des Oberbergischen Kreises und des Rheinisch-Bergischen Kreises mit Offenland und den größeren Waldgebieten um den Heckberg südlich der Agger, der Nutscheid auf dem Höhenrücken zwischen Agger und Sieg sowie die Leuscheid südlich der Sieg. Nach Osten hin schließt sich das Wolfsverdachtsgebiet nahtlos an die mit Wirkung zum 05.04.2019 ausgewiesene „Pufferzone zum Wolfsterritorium Stegskopf“ an. Die Abgrenzung des „Wolfsverdachtsgebietes Oberbergisches Land“ umfasst auf einer Fläche von 908 km² folgende Städte bzw. Gemeinden:

  • Oberbergischer Kreis: Städte Gummersbach und Wiehl, Gemeinden Engelskirchen, Lindlar und Nümbrecht.
  • Rheinisch-Bergischer Kreis: Städte Overath und Rösrath.
  • Rhein-Sieg-Kreis: Städte Bad Honnef, Hennef, Königswinter, Lohmar und Siegburg, Gemeinden Eitorf, Much, Neunkirchen-Seelscheid und Ruppichteroth.

Eine Karte des "Wolfsverdachtsgebiets Oberbergisches Land" findet sich hier.

Die Ausweisung eines Wolfsverdachtsgebietes ist insbesondere für die Nutztierhaltung von großer Bedeutung. Das Land Nordrhein-Westfalen bietet in Wolfsverdachtsgebieten auf der Grundlage der "Förderrichtlinien Wolf" eine Förderung von Investitionen in vorbeugende Maßnahmen zum Herdenschutz (Präventionsmaßnahmen) an. Gefördert werden im Wolfsverdachtsgebiet der Erwerb von Elektrozäunen sowie die wolfssichere Optimierung bestehender Zäune. Anträge auf Billigkeitsleistungen der durch einen Wolf verursachten Schäden sowie Anträge auf Förderung von Herdenschutzmaßnahmen im "Wolfsverdachtsgebiet Oberbergisches Land“ können bei der Bezirksregierung Köln (dort bei dem für die Naturschutzförderung zuständigen Dezernat 51) gestellt werden.

Ansprechpartner Bezirksregierung Köln

Informationen im Internet: https://www.bezreg-koeln.nrw.de/brk_internet/leistungen/abteilung05/51/foerderung/wolf/index.html

Silke Bittner, email: silke.bittner@bezreg-koeln.nrw.de, tel 0221 1473412

Postanschrift:
Bezirksregierung Köln
- Dezernat 51 - Höhere Naturschutzbehörde
Zeughausstraße 2-10
50667 Köln

Hier finden Sie die Antragsformulare für die Bezirksregierung Köln:

Ansprechpartner / Wolfsberater vor Ort

Im Bereich des "Wolfsverdachtsgebiets Oberbergisches Land" stehen für Hinweise auf Wölfe sowie für eine erste Beratung bei Nutztierrissen die örtlichen Wolfsberater sowie das LANUV als Ansprechpartner bereit.